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Sinfonie Nr 2 "Ach Europa" - Satz 4

Zu dieser Sinfonie

Die Sinfonie „Ach Europa“ ist eine Sinfonie, die die europäische Einigung über nationale Interessen stellt. Was verdeutlicht werden soll: Substanz bleibt erhalten; Kalkül verfliegt!
Insofern beschwört diese Art von Musik eine politische Kultur, wie wir sie zur Zeit neu in Europa angeischts der zahlreichen Krisen neu zu diskutieren lernen.

Zum Aufbau der Sinfonie:
Satz 1:
Eröffnet wird dieser Satz mit der Fanfare des Tagesthemen-Motives, es folgt das Gegenthema analog der klassischen Sonatenhauptsatzform, aber dann werden nacheinander Nationalhymne, das SPD-Parteilied "Brüder zur Sonne" und die Internationale eingeführt und kontrapunktisch miteinander verflochten - an einem Takt endet das auch in schrillen Dissonanzen, ehe die Violinen mit dem Gegenthema besänftigend eingreifen - Musik, die ich komponiert habe als Kommentar des Zeitgeschehens um den 18. September 2005

Satz 2: "Blühende Landschaften" - das sind verträumte Violinen und eine sanft klingende Harfe, aber irgendwie hat das kein Fundament (schwankt zwischen verminderten Septimakkorden hin und her), ehe die Trompeten ein schrilles Kirmesthema einläuten - der Ausverkauf beginnt! Schrill und verträumt wechseln so einander ab, ohne zu einer Ausgewogenheit zu finden.

Satz 3: "Das Volk eilt zur Urne" - die Streicher sind allesamt pizzicato geführt, und beständig wechselt ein vier viertel mit einem drei Viertel Takt - vier vor, drei zurück, oder auch drei zurück, vier vor - so eilt das Volk zur Wahlurne. Eingeschoben die verfremdete Nationalhymne und eine behäbige Passage in bayrischer Volksmusikmanier, aber schon stören die Hörner ... wer will, mag darin den Merkel- Schröder-Stoiber Disput hören.

Satz 4: Die Lösung dieser sinfonischen Aufgabe fand ich nicht mehr im Zusammenspiel deutschpolitischer Stimmen, sondern im visionären Blick nach Europa. - So finden sich Anfangstakte diverser europäischer Nationalhymnen, die miteinander zunehmend kontrapunktiert werden: Zu Beginn in der Tuba die spanische, in den Posaunen dann die italienische, im Fagott dann die französische, irische, griechische, deutsche usw. - Der irischen Nationalhymne fiel die tragende Rolle im Adagio zu - nicht weil sie so martialisch und für Bands schwer zu spielen ist, sondern weil - im Tempo stark verlangsamt - sie ihren Ursprung, ein irisches Liebeslied, offenbart. So schafft dieser Schlusssatz die Vision, europäische nationalstaatliches Denken durch die Augen der Liebe zu sehen und auflösen zu helfen.

Zwischendurch begegnen deutsche und polnische Nationalhymne einander und entwickeln sich, unterbrochen von einer traurigen Weise, in tänzerischer Form, ehe denn die deutsche Nationalhymne unisono drohend über einem Paukenwirbel - in Fugentechnik gespiegelt - von den Hörnern vorgetragen wird, von Akkordklängen unterlegt ... Mahnung an und Warnung vor dem Deutschland der Hitler-Diktatur als dunkle, düstere, gespiegelte Seite Deutschlands.

Aufgenommen wird zum Schluss wieder die Vereinigung der Hymnen, durchgängig ostinato mitgetragen von der irischen Liebesweise in den hohen Violinen.